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| 2025/08/12 23:15:48瀏覽415|回應0|推薦29 | |
In lieblicher Bläue 荷爾德林 In lieblicher Bläue blühet 花枝招展在親親湛藍 mit dem metallenen Dache der Kirchthurm. Den umschwebet Geschrei der Schwalben, den umgiebt die rührendste Bläue. Die Sonne gehet hoch darüber und färbet das Blech, im Winde aber oben stille krähet die Fahne. Wenn einer unter der Glocke dann herabgeht, jene Treppen, 有人自鐘樓走下,每道台階, ein stilles Leben ist es, weil, wenn abgesondert so sehr die Gestalt ist, die Bildsamkeit herauskommt dann des Menschen. Die Fenster, daraus die Glocken tönen, sind wie Thore an Schönheit. 而此窗,傳來鐘聲悠揚,此處若眾門,向美而開敞。 Nemlich, weil noch der Natur nach sind die Thore, haben diese die Ähnlichkeit von Bäumen des Walds. Reinheit aber ist auch Schönheit. Innen aus Verschiedenem entsteht ein ernster Geist. 向內雜然異質中,挺立莊嚴卻有魂, So sehr einfältig aber die Bilder, so sehr heilig sind die, daß man wirklich oft fürchtet, die zu beschreiben. Die Himmlischen aber, die immer gut sind, alles zumal, wie Reiche, haben diese, Tugend und Freude. Der Mensch darf das nachahmen. Darf, wenn lauter Mühe das Leben, ein Mensch aufschauen und sagen: so will ich auch seyn? Ja. So lange die Freundlichkeit noch am Herzen, die Reine, dauert, misset nicht unglücklich der Mensch sich der Gottheit. Ist unbekannt Gott? Ist er offenbar wie die Himmel? Voll Verdienst, doch dichterisch, wohnet der Mensch auf dieser Erde. Doch reiner ist nicht der Schatten der Nacht mit den Sternen, wenn ich so sagen könnte, als der Mensch, der heißet ein Bild der Gottheit. 而人者,上帝形象其名份。 Giebt auf Erden ein Maaß? 大地之上,試問可有尺度? Es giebt keines. Nemlich es hemmen der Donnergang nie die Welten des Schöpfers. Auch eine Blume ist schön, weil sie blühet unter der Sonne. Es findet das Aug oft im Leben Wesen, die viel schöner noch zu nennen wären als die Blumen. O! ich weiß das wohl! Denn zu bluten an Gestalt und Herz, und ganz nicht mehr zu seyn, gefällt das Gott ? Die Seele aber, wie ich glaube, muß rein bleiben, sonst reicht an das Mächtige auf Fittigen der Adler mit lobendem Gesange und der Stimme so vieler Vögel. Es ist die Wesenheit, die Gestalt ists. Du schönes Bächlein, du scheinest rührend, indem du rollest so klar, wie das Auge der Gottheit, durch die Milchstraße. Ich kenne dich wohl, aber Thränen quillen aus dem Auge. Ein heiteres Leben seh ich in den Gestalten mich umblühen der Schöpfung, weil ich es nicht unbillig vergleiche den einsamen Tauben auf dem Kirchhof. Das Lachen aber scheint mich zu grämen der Menschen, 然而笑我皆眾人,可憐教此身, nemlich ich hab ein Herz. Möcht ich ein Komet seyn? Ich glaube. Denn sie haben Schnelligkeit der Vögel; sie blühen an Feuer, und sind wie Kinder an Reinheit. Größeres zu wünschen, kann nicht des Menschen Natur sich vermessen. 妄想更稱尊,人性豈敢逾分寸。 Der Tugend Heiterkeit verdient auch gelobt zu werden vom ernsten Geiste, der zwischen den drei Säulen wehet des Gartens. Eine schöne Jungfrau muß das Haupt umkränzen mit Myrthenblumen, weil sie einfach ist ihrem Wesen nach und ihrem Gefühl. Myrthen aber giebt es in Griechenland. Wenn einer in den Spiegel siehet, ein Mann, und siehet darinn sein Bild, wie abgemahlt; es gleicht dem Manne. Augen hat des Menschen Bild, hingegen Licht der Mond. Der König Ödipus hat ein Auge zuviel vielleicht. 王者伊底帕斯,反成不幸多一目。 Diese Leiden dieses Mannes, sie scheinen unbeschreiblich, unaussprechlich, unausdrüklich. 此人多苦楚,猶若詞窮難言、無以描述、難以吐露。 Wenn das Schauspiel ein solches darstellt, kommts daher. Wie ist mirs aber, gedenk ich deiner jetzt? Wie Bäche reißt des Ende von Etwas mich dahin, welches sich wie Asien ausdehnet. Natürlich dieses Leiden, das hat Ödipus. Natürlich ists darum. Hat auch Herkules gelitten? Wohl. Die Dioskuren in ihrer Freundschaft 太苦!宙斯雙子,兄弟情深處, haben die nicht Leiden auch getragen? Nemlich wie Herkules mit Gott zu streiten, das ist Leiden. Und die Unsterblichkeit im Neide dieses Leben, diese zu theilen, ist ein Leiden auch. Doch das ist auch ein Leiden, wenn mit Sommerflecken ist bedeckt ein Mensch, mit manchen Flecken ganz überdeckt zu seyn! Das thut die schöne Sonne: nemlich die ziehet alles auf. Die Jünglinge führt die Bahn sie mit Reizen ihrer Strahlen wie mit Rosen. Die Leiden scheinen so, die Ödipus getragen, als wie ein armer Mann klagt, daß ihm etwas fehle. Sohn Laios, armer Fremdling in Griechenland! Leben ist Tod, und Tod ist auch ein Leben. 譯注: 伊底帕斯是希臘底比斯國王萊瑤斯的兒子。根據神諭,他一生的命運將是弒父娶母,帶來災禍。父母為了躲避預言,在他還是嬰兒時便將他遺棄在山上,刺穿雙足用繩子吊起。幸運的是,他被牧羊人救下並送到鄰國科任托斯,由國王夫婦撫養長大。 成年後,伊底帕斯無意中得知預言,誤以為科任托斯的養父母是親生父母,為了逃避命運,他離開家鄉。途中,他與一位陌生男子在狹路相逢,爭道相鬥,將對方殺死——那人正是他的親生父親萊瑤斯。 之後,他來到底比斯,解開了斯芬克斯之謎,拯救了城邦,被推舉為國王,並娶了寡後——自己的親生母親伊俄卡斯特。多年後,瘟疫降臨底比斯,他為尋找罪因而展開調查,卻發現兇手正是自己。母親在得知真相後上吊自盡,伊底帕斯悲痛欲絕,用針刺瞎了自己的雙眼,流亡為乞丐,浪跡天涯,放逐於世。 他的一生象徵宿命的不可逃避、人的無知與悲劇性的覺醒。 他的瞎眼象徵對真相的遲來覺醒與人類認知的局限,同時在古希臘悲劇中也是一種自我清算與潔淨的儀式——只有失去肉眼的視覺,他才獲得了面向內心與命運的「另一種看見」。 從神話故事的現實層面來看,伊底帕斯最後是刺瞎了自己的雙眼,所以「多了一隻眼睛」顯然並非指肉體的眼睛,而更像是一種隱喻或反諷:
所以,這一句更像是荷爾德林把伊底帕斯的悲劇凝縮成一個詩意悖論:他不是瞎了,而是擁有了一隻別人沒有的眼睛——這隻眼看見真相,也看見了痛苦的全部。他終於揭開了生命的帷幕,看見了凡人不能承受的黑暗與苦難,此乃悲劇英雄之悲壯處。
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